Samstag, 12. Oktober 2013

Einmal quer durch Deutschland - Tag 2 - Das Alte Amtshaus

Der zweite Tag (gestern) war ereignisreich und für einen Liebhaber guten Essens, so wie ich einer bin, natürlich etwas ganz besonderes. 
Wir waren zu Gast im Alten Amtshaus in Ailringen in Hohenlohe. 



Oben sieht man ein Bild.

Wir hatten einen Kochkurs in der Küche des Alten Amtshauses gebucht. Das Motto war "Mitmachen statt Zuschauen" und so hatten wir die Gelegenheit den ganzen Vormittag in der Sterneküche des Lokals zu verbringen und dort sogar selbst tätig zu werden. So lernten wir, wie man Enten und anderes Geflügel ausbeint oder wie man eine Quittensuppe ansetzt, wie man eine Lachsforelle innerhalb kürzester Zeit sauber filetiert und noch vieles vieles mehr.

Olaf Pruckner, der Chef in der Küche und 2013 zum 14. Mal in Folge Träger eines Michelin Sternes ließ sich von unseren Fragen nicht aus der Ruhe bringen und auch sein Küchenteam stand immer Rede und Antwort, ließ uns in die Köpfe gucken, probieren, etc.. Das coole war, dass das alles sozusagen im Tagesgeschäft der Küche lief, die währenddessen kochte, Waren annahm und so das machte, was man in einer Küche halt macht. Alles in allem ein großartiges Erlebnis, das Mittags noch von einem Drei-Gang-Menü gekrönt wurde.

Gegen halb drei waren wir dann fertig und hatten Pause, bis wir um sechs wieder in die Küche geladen waren, um unseren Aperitif wieder in der Küche einzunehmen, der die Einleitung zu unserem abendlichen Vier-Gang-Menü darstellen würde.

Die Zeit nutzen wir, um bei leider sehr trübem Wetter die ca. 20 Kilometer nach Langenburg auf uns zu nehmen, um da ein bisschen durch den Ort zu schlendern.

Die Blümchen blühten jedenfalls noch an diesem trüben Oktober Freitag.


Die grauen Wolken, aus denen es zeitweise regnete, sind auch hier im mHintergrund dieses doch etwas schiefen Hausdaches gut zu erkennen.


Langenburg ist nicht mehr so der Nabel der Welt, wie man sich vorstellen kann. Immerhin findet man hier, was man sonst noch selten findet - Kaugummiautomaten, die mich natürlich sofort an meine Kindheit erinnerten. Ich durfte mir nie Kaugummis daraus ziehen, weil man "davon krank wird". Naja....


Das Stadttor von Langenburg, wie überhaupt sehr viel hier mit Fachwerk.


Hier in diesem Luftkurort gibt es einige wirklich schöne Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert zu sehen. 



So gingen wir weiter zum Schloss, in dessen Garten wie hier schauen konnten und weiter ins Tal des Flüssleins Jagdst hinein. Teilweise lockerten die Wolken auch mal etwas auf, aber gut wurde das Wetter nicht wirklich....



So kamen wir also beim Schloss Langenburg an.


Man sieht, wie schön gefärbt das Weinlaub war. Ein einziger Teppich von diesem Weinlaub bewächst den einen Flügel des Schlosse und schimmert jetzt im Herbst in den buntesten Farben.

Wir stiegen dann hinunter in den Schlossgraben, um einmal das Schloss zu umrunden und dann noch einen Kaffee im Schlosskaffee zu uns zu nehmen.



Unter anderem gingen wir durch diesen stimmungsvollen Laubengang.


Wir kamen an diesen Grabsteinen vorbei. Hier handelt es sich - um einen Hundefriedhof.


Es ist zweifelsohne Herbst, wie einem überall gegenwärtig wurde.


Auch der Kletterpark war geschlossen und lag verlassen vor uns im Wald.


Dafür sprossen auf der Wiese des Schlosses überall die verschiedensten Pilze.





So war es denn Zeit, mal wieder was zu essen, denn zwischen drei Gängen mittags und vier am Abend war noch Zeit für zwei Baden-Würtembergische Spezialitäten 

Das hier ist ein Schneeball:


Naja, und das hier kennt man. Das ist Zwetschgenkuchen, der hier im Ländle traditionell mit Streuseln garniert wird.


So gestärkt ging es wieder zurück ins Hotel und nach einer kleinen Ruhepause zu einem Aperitif in die Küche zurück. Zu einem Glas Sekt mit einer Zwetschgen-Thymian Essenz reichte man uns zum Knabbern Crissini mit Entenschinken und gebackenen Lachstartar (und das zählte noch nicht zu den vier Gängen).

Nach einem weiteren Plaudern mit den Köchen, die immer noch supernett und offen und herzlich waren, nahmen wir Platz im Amtskeller, um der Dinge zu harren, die da vor uns auf den Karten aufgeschrieben waren.


Doch zuerst kam noch ein Gruß aus der Küche in Form von Coppa und Sellerie.


Ich habe vor Freude nicht alle alle der vier Gänge fotografiert sondern nur zwei.
Das hier ist der Gockel, der uns sehr sehr gut mundete und an dessen Fertigstellung wir sogar mit beteiligt waren.


Mit Wein wurden wir auch gut versorgt. So gab es zu jedem Gang einen anderen passenden Wein dazu. Hier einen französischen Rotwein aus dem Medoc, der den dritten Gang begleiteten sollte.


Der Damhirsch, der hier vor mir auf dem Teller liegt.


Nach dem Nachtisch konnten wir nur sagen:

Es war ausgezeichnet.

Wir gingen noch einmal in die Küche, um uns zu bedanken, noch ein wenig mit den Köchen zu plaudern, die nach 10 Stunden Arbeitstag noch immer locker drauf, entspannt und zu Unterhaltungen auch über ganz private Dinge zu haben waren.

So eine Atmosphäre in einem Sternerestaurant, das hat mich echt überrascht und begeistert. Es war wirklich toll und hat sehr sehr viel Spaß gemacht.

Der Tag wurde dann noch mir einer Flasche Rotwein, die wir uns mit auf unser Zimmer nahmen, abgeschlossen und ziemlich müde, satt und glücklich gings ins Bett.

Danke an Olaf Pruckner und sein Team, die diesen Tag echt zu einem unvergesslichen Ereignis gemacht haben.

Und nach einem Ruhetag heute in Neckarsulm geht es morgen dann an die Ostsee.

Bis dann.



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