Die Stadt will mich loswerden, war mein erster Gedanke, als ich heute morgen aus meinem Hotel auf die Post Street trat (Es ist nämlich unmöglich, das Wetter vom Zimmerfenster aus herauszubekomen, weil sich das Zimmerfenster zu einem engen Innenhof befindet, der es im Zimmer immer angenehm dunkel lässt, auch wenn die Sone nur so vom Himmel scheint). Es regnete mal wieder. Und was macht man, wenn man in einer fremden Stadt ist und es regnet? Genau, man geht ins Museum. Beinahe hätte ich das auch gemacht, aber erst einmal wollte ich auf einen Kaffee in den größten Konsumtempel der Stadt, das San Francisco Shopping Center, in dem ich mich dann einige Zeit herumtrollte (ich bin kein Museumsgänger, dieses Geständnis muss ich an dieser Stelle machen).


Impressionen aus einem Konsumtempel
Als ich dann aus den blitzenden glitzrnden Hallen des Shopping Centers auf die Market Street trat, hatte es dann auch aufgehört zu regnen. Ich war irgendwie erleichtert, blieb mir mein Museumsbesuch doch erspart.
Weiterhin stellte ich fest, dass die sonst ca. eine halbe Meile lange Schlange an der Cable Car Endstation nicht vorhanden war. Offenbar ist der 4. Januar kein Tag mehr für Touristen in San Francisco.
Also nutze ich die Gunst der Stunde und erhasche einen der beliebten Plätze auf einem Cable Car und das ohne Wartezeit. Ja, heute wird mein Tag!!!

Der Beweis - Blick nach hinten aus dem Cable Car
Die Straßen von Nob Hill und Russian Hill gings nach oben. Es war wirklich grandios und die 5 Dollar fürs Ticket waren gut angelegt, zumal man gleich noch eine Postkarte hatte....
An der Ecke Hyde und Union fiel mir dann Swensen's ein. Stimmt, ich hatte mir fest vorgenommen, dort noch eine der phantastischen Eisspezialitäten zu kosten. Es war zwar eigentlich zu kalt, aber egal, vorgenommen ist vorgenommen. Da Swensen's erst um 12 aufmacht, hatte ich noch ein bisschen Zeit, durch die Gegend zu schlendern.

Beim Schlendern gab es wieder einiges zu sehen.... Schöne Hochhäuser und...

...steile Straßen auf dem Russian Hill (angeblich so benannt, weil hier Grabsteine von russischen Tappern oder Matrosen gefunden wurden).

Der Beweis Tel 2 - es gibt Kurven in San Francisco.
Ich ging sogar noch mal runter zu Fishermen's Wharf und in die Cannery, ein schönes altes Backsteingebäude, eine ehemalige Konservenfabrik und schoss ein paar Fotos.

Dieses zum Beispiel.

Oder auch das hier.
Petrus hatte Erbarmen mit mir an meinem letzten Tag in der City und so ließ sich sogar die Sonne hin und wieder sehen. Schließlich kletterte ich dann wieder die Hyde Street hoch, um zu meinem wohlverdienten Eis zu kommen.

Wieder einmal fand ich schöne Häuser

und tolle Ausblicke über die Stadt

Die Leute hier halten ihre Stadt sauber, kein Wunder bei so einer Stadt:







Oben auf dem Russian Hill (so ziemlich an der höchsten Stelle) ist übrigens ein Tenisplatz. Gut, dass die Zäune außen rum hoch genug sind. Der Tennisplatz ist im übrigen kostenlos für jeden zugänglich. Heute scheint aber niemand Lust gehabt zu haben.
Und ja, es ist wirklich klasse (das Eis, der Grund, weswegen ich eigentlich hier bin...).

Ice and the city
Sehr aromatisch, süß, aber nicht zu süß und mit lecker Zeugs drein (Nüsse oder Cookies). ich gab mit Turtle Fudge und Cookies and Cream, zwei der Klassiker von Swensen'n, wo es auch mal ein Road to Superbowl Eis gab, was man aber anscheinend ob der sehr dürftigen Leistungen er 49ers in den letzten Jahren aus dem Programm genommen hatte.

Swensen's (Hyde and Union). Im Hintergrund der Searchlight Market (bekannt aus der Literatur).
Mit Eis in der Hand und Sonne am Himmel gings wieder nach unten zum Wharf ins Cable Car und die steilen Straßen von Russian Hill und Nob Hill wieder auf und ab bis zur Endstation an der Market Street.

Impressionen aus dem Cable Car
Für einen improvisierten Tag, der eigentlich auch im Museum hätte stattfinden können, war's echt klasse.