Der erste Morgen in Budapest fing mit einem schönen Sonnenaufgang über den Dächern der Stadt an. Der Tag versprach wettermäßig richtig gut zu werden.
Ein wenig später gab sich der Blick über die Dächer vom Hotelzimmer aus dann so:
Alles in Allem winterlich, ein wenig trüb, mit ein bisschen Sonne durch den Nebel. Kalt und… ach ja… kalt. Aber wir sind ja keine Weicheier (noch nicht… kommt dann später noch) und machen uns auf (nach dem nicht wirklich erwähnenswerten Frühstück), die ungarische Hauptstadt zu Fuß zu erkunden.
Der Park vor unserem Hotel sieht, wie einige Ecken hier im übrigen, erstaunlich nach Berlin aus. Wenn man es nicht besser wüsste (und wenn diese komische Sprache hier nicht überall rumstehen würde) könnte man meinen, man wäre z.B. in Friedrichshain. Sympathisch, wie ich finde.
Die Markthallen sollen in Budapest interessant anzuschauen sein. Und da uns gegenüber direkt mal eine ist, war das unser erste Anlaufpunkt heute morgen. Von außen war das Ding ja echt zerfallen. Viele schöne Gebäude hier sind übrigens dem Verfall anheim gegeben, was eine Schande ist, wenn man die Substanz sieht, die hier durchaus noch vorhanden ist. Aber jahrelanger real existierendes “Sozialismus” haben hier doch ihre Spuren hinterlassen. Eine Schande wirklich, aber man merkt, dass hier das Geld fehlt, um wirklich was zu verändern.
Wie dem auch sei: Hier ein Bild der Markthalle von innen:
Und natürlich gibt es die Symbole des amerikanischen Traumes, die man auf der ganzen Welt findet, so auch hier. Tall Café Latte – as usual.
Mit warmem Kaffee im Bauch ging es weiter, zu Fuß, Richtung Innenstadt, vorbei an durchaus schönen Häusern…
… und witzigen Geschäften, die in teilweise ganz verborgenen Hinterhöfen zu finden waren.
Jugendstil spielt natürlich auch eine nicht zu verachtende Rolle hier in Budapest, wie man an einigen Fassaden noch sehen (oder zumindest erahnen) kann.
Vergessen wir auch nicht das jüdische Leben hier in Budapest, dem wir uns sicherlich in den kommenden Tagen noch ausführlicher widmen werden, als mit dem Bild dieser Synagoge hier. (Der Tag heute sollte uns erst mal einen groben Überblick ermöglichen.)
Weiter ging es in Richtung Donau, vorbei an wirklich imposanten Gebäuden, die einst richtig toll ausgesehen haben müssen. Aber irgendwie reizvoll ist er, dieser morbide Charme, der von der Stadt ausgeht.
Diese Kirche ist wohl renovierungsbedürftig. Ob man sich mit Skoda hier einen finanzkräftigen Sponsor mit ins Boot geholt hat?
Wir besuchten dann diese ehemalige Einkaufspassage, die mit ihren Jugendstilelemente wirklich sehenswert ist. Erschreckend (und auch faszinierend zugleich) allerdings auch hier der Zustand.
Andere Gebäude, wie dieses mit aufwändigen Schnitzereien verzierte, fanden wir auch.
Die Schaufenster waren zum Teil noch weihnachtlich geschmückt.
Am Anna Café (muss ich natürlich fotografieren) ging es dann immer weiter, dem Fluss entgegen.
Interessanterweise ist der Budapester Weihnachtsmarkt noch offen, im Gegensatz, wie ich denke, zu den deutschen Weihnachtsmärkten, von denen sich dieser jedoch nicht großartig zu unterscheiden wusste.
So gelangten wir dann zur Donau. Der Blick auf die andere Seite nach Buda und zur Burg war durch das Wetter leider ein bisschen getrübt.
Oben der Löwe auf der Kettenbrücke, unten die Brücke selbst.
Weiter führte der Weg zum Parlament, welches bekanntermaßen vor kurzem ein sehr sehr schwachsinniges Gesetz zur Einschränkung der Pressefreiheit verabschiedet hat.
Das Gebäude an sich ist sicherlich faszinierend und absolut sehenswert. Die Ansicht von der Donau her ist noch imposanter.
Nahebei mahnt der aus einer Brücke stehende Imre Nady. Ob ihm alles so gut gefallen würde, was die Rechten zur Zeit in Ungarn treiben?
Aber ich will hier ja nicht politisch werden und stattdessen noch ein paar Bilder posten, die auf dem Weg vom Parlament, vorbei an der bis auf die Zähne bewaffnete und unerreichbar gemachten US-Botschaft bis hin zum Stefansdom entstanden sind.
Zwischendurch hatten wir ein grandioses Mittagessen bei einem wirklich großartigen, nicht ganz billigen Restaurant im Regierungsbezirk. Mein Steinpilzrisotto jedenfalls war aller Ehren wert (ich habs jedoch nicht fotografieren wollen… aber Essensfotos müssen noch kommen, keine Frage…)
Auch hier, fast vis-a-vis der US-Botschaft, war noch eine Markthalle anzuschauen.
Der Dom, in dessen Seitenkapelle die rechte Hand des heiligen Königs Stefan (nicht des Diakons Stefan, für dessen Steinigung Saulus mitverantwortlich war) aufbewahrt wird.
Sehr sehr prächtig von innen mit einer tollen Kuppel.
Die Krippe, schließlich war ja gerade erst Weihnachten.
So langsam ging es wieder zurück Richtung Hotel. Hier noch einmal der Dom im Hintergrund.
Ein weiteres tolles Gebäude, an dem der Zahn der Zeit nagt. Wenn man sich mal überlegt, wie das alles aussehen könnte, wenn…
Das hier ist übrigens eine Schule. Nicht schlecht, oder? Unsere kann da jedenfalls nicht mithalten… richtig schön.
Nach einem Aufwärmen im Hotelzimmer gab es dann noch ein leckeres Abendessen im selben Laden wie gestern und bald geht’s dann ins Bett, um für morgen fit zu sein.
Mal sehen, was der Tag morgen bringt. Eben hat es hier jedenfalls geschneit.
Gute Nacht.
1 Kommentar:
hallo ihr 2 lieben. so ist richtig. dem schnöden sylvestertreiben in deutschland und dem nicht wissen, was tun, entgehen und die tage in einer verfallenden stadt verbringen. die ersten bilder sind schon recht beeindruckend. ich freue mich auf mehr, wobei ich selbstverständlich auf essensbilder hoffe. ein bisschen wenig schnee ist auf den bildern zu sehen. da gibt es andere europäische hauptstädte mit B, die deutlich mehr weiße pracht zu bieten haben. hier herrscht jedenfalls zurzeit ein rechtes schneechaos.
ich wünsche euch noch eine schöne zeit in budapest und einen guten rutsch ins neue jahr, falls wir vorher nichts mehr voneinander hören.
liebe grüße, axel
Kommentar veröffentlichen