Dienstag, 29. Dezember 2009

Lissabon Tag 3

So, weiter gehts, der dritte Tag in Lissabon ist weitestgehend vorbei, das Essen ist gegessen und als letzter Tagesordnungspunkt des heutigen Tages steht das Bloggen auf dem Programm. Und während ich UCLA gegen Temple auf ESPN 360 gucke (wo es mal wieder schlimm für UCLA aussieht), schreibe ich also meinen Blog.

Was gabs heute?
Nach einem verlängerten Frühstück im Tintin, einem Café hier um die Ecke, das dem grendiosen Comiczeichner Hergé gewidmet ist, (das Frühstück im Hotel war uns einfach zuwider und so musste eine Alternative her) ging es los in die Altstadt von Lissabon.

Der erste Aufstieg wurde mit einem der Elevadors bewerkstelligt, die es in Lissabon gibt und die die Unterstadt Baixa mit den umliegenden Hügel verbindet.
So sieht ein solcher Elevador aus, eine Zahnradbahn, die diese unglaublichen Steigungen gut schaffen kann.

Nach dem elektrifizierten Aufstieg und einem Abstecher zum Platz für die "Märtyrer des Vaterlandes" mussten wir allerdings zu Fuß wieder den Berg hinunter, um auf der anderen Seite wieder hoch zu steigen (naja, ich meine, die Sache mit dem Elevador war ne feine Sache, aber wir waren auf den falschen Berg hochgefahren.... whatever....).
An diesem Märtyrer-Platz erinnern viele tausende von Tafeln an die Gefallenen der Kriege, in denen Portugal dabei war. Diese Tafeln sind zu einem Haufen am Fuß des Ehrenmales aufgeschichtet.


Der Aufstieg war lange und gab sehr interessante Einblicke in die Altstadt von Lissabon. Es reihten sich sehr heruntergekommen Gebäude an wirklich schön restaurierte. Es ist interessant, wenn man diese Kontraste sieht. Abr das ist etwas, was Lissabon auch ausmacht.
Purer Zerfall an der einen oder anderen Ecke.
Palmengärten zwischen den Häusern.
Impressionen von den Straßen....

Das erste Ziel war ein Aussichtspunkt bei der Kirche Nossa Senhora da Graca, von wo aus man einen tollen Ausblick über die Stadt hatte.
So sah es von dort oben aus.
Von dort konnte man auch auf das Castel blicken....

Dann allerdings hatte ich schon wieder Hunger und wir kehrten im nahe gelegenen Restaurant "A Mourisca" ein, wo wir ein vorzügliches Mittagsmahl (Muscheln und Schweinefleisch bzw. leckeren Braten) mitsamt Suppe, Nachtisch, Kaffee und einer Flasche roten Hauswein (meine Schwiegermutter würde sagen, "ordentlicher Vesbahwoi" oder so...) für 26 Euro bekamen. Genial gut und günstig, einfach ausgezeichnet.

Vom Berg ging erst einmal wieder hinab zu einer Kirche, die heiligen Luzia geweiht ist und die dem Malteserorden gehört.
Unterwegs... weitere Eindrücke aus der Altstadt.

Der Blick von oben auf die Schienen der Straßenbahn, die durch die Altstadt rattert....
... und rattern ist das richtige Wort, denn es handelt sich hierbei um (angepasst zu ihrer Umgebung) wirklich antike Stücke.

Auch von hier konnte man einen schönen Blick über Lissabon und den Tejo bekommen.
Das Wetter war in der Zwischenzeit mal ein bisschen besser geworden, wenn auch nur zeitweise.

Die Kirche selbst schauten wir uns auch noch an.
Das ist sie von außen. Sie ist....
.... wie so viele Gebäude in Lissabon....
...von außen mit Fliesen geschmückt.
Innen gabs dann eine Krippe.

Da es bergab ging, mussten wir auch mal wieder bergauf, denn das Castelo de Sao Jorge auf einem der höchsten Hügel der Stadt Lissabon. Die Aussicht von hier war atemberaubend schön trotz des nun wieder unbefriedigenden Wetters, das wir leider hatten. Egal.
Viele alte Olivenbäume finden sich hier.
Ein Park, der wirklich, auch weil nicht soooo viele Touristen hier waren, eine tolle angenehm ruhige Stimmung ausstrahlte.

Hier ein paar Blicke von oben...
Baxia und der Aufzug zur Oberstadt, den wir morgen evtl. nehmen werden....
Hier wachsen auch noch Zitronen.
Blick durch eines der Fenster.

Und hier noch ein paar Impressionen vom Castelo selbst.
Neben ettlichen Katzen bevölkert auch eine große Population an Pfauen das Castelo, die sich aber um die Katzen wirklich einen Dreck scheren.... verständlich....

Nach der Besichtigung des Castelos, die mit 5 Euro wirklich ihr Geld wert war, kehrten wir in einem kleinen, von einem Franzosen und seiner portugiesischen Frau geleiteten Café ein, um uns zu stärken und uns echt nett zu unterhalten.
Auf dem Weg... man sieht, wie am Ende und verfallen doch viele Ecken der Altstadt sind.

Es ging nun mal wieder bergab zum nächsten Ziel des heutigen Tages, der Kathedrale von Lissabon, einem wirklich mächtigen romanischen Bauwerk, welches, so geht die Legende nach dem Sieg über die Mauren über einer alten Moschee aufgebaut wurde, um den Muselmännen so ein für allemal zu zeigen, wo der Bartel den Most holt, nämlich beim Papst.
Romanik pur....
Das Hauptschiff.

Der an sich romanische Bau hat 9 Apsiskapellen im gotischen Stil, die später angebaut worden sind.
Man sieht deutlich den Stilwechsel zur Gotik.
Auch hier gab es eine Krippe....

Alles in allem ein sehr interessantes Gotteshaus.
Der Dom wird von Orangenbäumen flankiert.... so langsam war es auch dunkel geworden....

Von hier aus ging es weiter bergab Richtung Tejo in das älteste Viertel Lissabons, welches auf die Mauren zurückgeht, Alfama. Hier waren die Straßen extrem eng.

Außerdem ist hier ist auch die Wiege des Fado, jener typischen Musik, die die Schwermut der Portugiesen zur Gitarre zum Ausdruck bringt. Eventuell noch mehr zum Fado... morgen oder so... mal schauen...

Nach einem erneuten kurzen Aufstieg zur Kirche Sao Miguel ging es schließlich und endlich berab und am Tejoufer zurück zum Rossio und zur U-Bahn.
Die letzten Stufen für heute.

Nach einem Frischmachen im Hotel brachen wir noch mal auf, um gegrilltes Fleisch zum Abendmahl zu speisen, so dass ich die nötige Stärkung erfahren durfte, um diesen Eintrag in meinen Blog zu verfassen.

Das wars für heute..... UCLA ist nur noch einen Punkt hinten.... mal sehen...

Bis morgen....

3 Kommentare:

ChicaPT hat gesagt…

Vielen Dank für die wirklich beeindruckende Schilderung - und die vielen Fotos. Hab dich mal verlinkt in unserem Portugalforum: www.portugallierforum.de
Hier der genaue link zum thread:
http://www.portugallierforum.de/urlaub-ferienunterkunft/1555-eindruecke-lissabon.html
wir sind alle schon gespannt auf die nächsten Tage...
Guten Rutsch ins neue Jahrzehnt wünsch ich dir
Chica

Eli hat gesagt…

Hallo! Bin durch den Link im Portugallier-Forum auf deinen Blog gekommen... schön, deine Beschreibungen. Und teilweise sehr witzig, "meine" Stadt durch die Augen eines Newbys zu erleben. :)
Und an diesem 3. Tag warst du sogar auf "meinem" Hügel... nur eine Kleinigkeit zu den vielen Tafeln auf dem Campo Mártires da Pátria - die "wahre" Geschichte dazu ist nämlich noch abgefahrener als du wohl angenommen hast... ;) die sind nämlich für den Doc, der da auf dieser Statue steht, und der zu Lebzeiten nix von seinem "Glück" geahnt hat, mal da oben stehen zu dürfen. Hat nämlich einfach nur seinen Job als Arzt gemacht, wenn auch immerhin ab und zu mal kostenlos Bedürftige behandelt. Nach seinem Tod ist eine Dame, deren Mann/Sohn sehr krank war, auf die Idee gekommen, diesen Doc (Sousa Martins heißt der übrigens) posthum anzuflehen, er möge ihr helfen... und siehe da, das Wunder geschah! Ihr Mann/Sohn wurde wieder gesund... Das "Ergebnis" des Ganzen konntet ihr euch nun da anschauen - noch heute kommen Leute, beten und bitten für ihre Kranken. Und wenn der Doc ihnen "hilft", gibt's ne Tafel... oder nen Wachsfuß, -arm, -kopf, whatever. :D

Viel Spaß noch in Lisboa und bom ano novo 2010 wünscht euch Eli

dumbo hat gesagt…

Hi Eli,

Danke für die tolle Geschichte. Da sieht man mal, was nicht im Reiseführer steht.

Und "deine" Stadt ist wirklich ne ganz tolle.

Beneidenswert....

Bom ano novo.