Mittwoch, 30. Dezember 2009

Lissabon Tag 4

Nun gut.... Es ist 23:20 Uhr Ortszeit und damit auch wieder soweit, dass ich den abgelaufenen Tag in Lissabon vor meinen Augen Revue passieren lassen werde und euch darüber berichte.

Nach einem dieses Mal etwas kürzeren Frühstück nebenan ging es mit der U-Bahn los, um dieses Mal den westlichen Teil von Lissabon zu erkunden, den wir ja bisher noch nicht angetastet haben.

So sah es hier aus.

Die Station Baixa-Chiado war unser Ausgangspunkt, um zunächst das Viertel Chiado unter die Lupe zu nehmen.
Das A Brasileira ist wohl das bekannteste Café in Lissabon.

Interessant am heutigen Tag waren die Wetterwechsel. Zwischen absoluten Wolkenbrüchen und blauem Himmel wechselte das portugiesische Wetter heute hin und her. So viel Regen, so versicherte uns der Besitzer des Restaurants, in dem wir heute Abend aßen, sei allerdings für Lissabon eher untypisch... okay, so viel Schnee war ja auch letztes Jahr für Vancouver untypisch. Ich kann also davon ausgehen, dass wenn ich irgendwo hinfahre, das Wetter untypisch sein wird.... Also ein weiterer Tag im untypischen Wetter.

Gut war das Wetter Gott sei Dank bei der Besichtigung der dachlosen Kirche Igreja do Carmo (im übrigen dem einzigen Zeugnis der Gotik in Lissabon).
So sah sie ursprüglich mal aus.
Das ist ein Teil ihres Eingangsportals.
Ein Kreuz aus dem Inneren.

Hier sind einige schöne Aufnahmen der weißen gotischen Bögen gegen den blauen Himmel entstanden.

Von hier ging es dann weiter zur nächsten Kirche, der Igreja de Sao Roque. Es war gut, dass diese Kirche ein Dach hatte, denn während ich drinnen war, ging draußen ein Schutt nieder, der seines gleichen suchte. Als ich wieder aus die Straße kam (die Sonne schien wieder unschuldig aus einem strahlend blauen Himmel) lief das Wasser noch immer in Sturzbächen die Straßen runter.
Das Innere ist prachtvoll ausgeststattet. Ja, Leute, das ist katholisch. Da können sich die Protestsanten mal ein Beispiel dran nehmen :-)

Die Deckenbalken der Kirche kamen übrigens aus Deutschland.

Vorbei an einem der Elevadores...
...ging es weiter zum Aussichtspunkt Miradouro Sao Pedro de Alcantara (man merke, was ich schon mal geschrieben habe, in Lissabon ist alles nach irgendwelchen Leuten benannt, deren Namen sich kein Mensch wirklich merken kann. Können die Portugiesen selbst so etwas???).
Hier die Bilder von diesem Aussichtspunkt:

Wie dem auch sei. Es war heute mal wieder ein Tag, um Kilometer unter die Füße zu bekommen, so führte der nächste Weg ins Bairro Alto, die Oberstadt mit engen Gassen.



Außerdem gab es auch ein Restaurant, in dem wir zu Mittag einkehrten, um uns wieder einmal mit typischen portugiesischen Speisen verküstigen zu lassen. Der Laden war nett, klein und irgendwo familiär und das Essen wirklich gut.Dieser kleine Geselle schaute uns beim Essen zu.

Ach so, während wir aßen, regnete es natürlich in Stömen.

Aber kaum waren wir draußen, wurde das Wetter wieder gut. Und das war auch gut so, denn wir wollten als nächstes zum Botanischen Garten, der ist draußen und das wäre Regen echt Kacke gewesen.

Zwischendurch regenete es schon mal wieder, aber wir fanden Unterstand unter einem Hausvorsprung, ist also nix weiter passiert....
Das Wasser schoss so richtig aus den Regenrinnen raus.

Zwischendurch... ein Blick auf die Brücke der 25. April.
Schöne Gebäude.
Zitronenbäume. Man muss sich immer bewusst machen, dass heute der 30.12.2009 war (respektive gestern....)
Es gab extrem begrünte Baslkone zu sehen.
Und es gab Bögen über Straßen.
Und das hier war in der Tat mal ein Wendplatz für Pferdekutschen.

Der Botanische Garten. Wow, was hier für Pflanzen wachsen (draußen!!!) das ist wirklich uglaublich und wäre natürlich in Deutschland nicht möglich. Wie fast alles hier in Lissabon hatte auch der Botanische Garten natürlich einen recht patinabesetzten Charme.
Direkt am Eingang findet sich dieser Ficus.
Die Sonne schien durch die Äste der exotischen Bäume, die man hier findet.
Es gibt interessante Blicke auf die andere Seite der Stadt.
Es gibt viel Grün.
Palmen.
Es gab verwachsene Bäume....
Bäume mit Blättern mir Stacheln dran,
Kakteen....
...mehr Kakteen....
Kaktusfeigen....
...und viel mehr....
Und der Flughafen ist auch in der Nähe.

Das Wetter war weiterhin gut und wir hatten so langsam Kaffeedurst.

Unterwegs kamen wir noch an den letzten Bögen eines alten Aquädukts vorbei.

Und an dieser Kirche....

Wie gut aber dann, dass auch eines der großen Einkaufszentren Lissabons an unserem Weg zum Westfriedhof lag. Ein Einkaufszentrum, das Centro Comercial Amoreiras, das vom Architekten Tomas Taveira gebaut wurde, über den Hans Magnus Enzensberger einmal sagte, er sein ein "terroristischer Kindergartenonkel, der hier seine Bauklötzchen aufeinander türmt."
So sieht das dann aus....

Naja, Enzensberger muss es ja wissen, denn die meiste Architektur in Lissabon ist alt. Enzensberger ist auch alt. Und er findet das Einkaufszentrum Scheiße.... und ein Gedicht namens Scheiße hat er auch geschrieben.

Die Scheiße

Immerzu höre ich von ihr reden
als wäre sie an allem schuld.
Seht nur, wie sanft und bescheiden
sie unter uns Platz nimmt!

Warum besudeln wir denn
ihren guten Namen
und leihen ihn
dem Präsidenten der USA,
den Bullen, dem Krieg
und dem Kapitalismus?

Wie vergänglich sie ist,
und das was wir nach ihr nennen
wie dauerhaft!
Sie, die Nachgiebige,
führen wir auf der Zunge
und meinen die Ausbeuter.
Sie, die wir ausgedrückt haben,
soll nun auch noch ausdrücken
unsere Wut?

Hat sie uns nicht erleichtert?

Von weicher Beschaffenheit
und eigentümlich gewaltlos
ist sie von allen Werken des Menschen
vermutlich das friedlichste.

Was hat sie uns nur getan?


Ihr merkt, Enzensberger ist ne echte Größe auf diesem Gebiet.

Whatever, wir waren kurz drinnen im Einkaufszentrum, denn.... ihr ahnt es... es regente wieder mal aus Kübeln.

Kaffee war gut da und der Rest wieder einmal zu groß und überwältigend.

Auf dem Weg gab es auch wieder einige Häuser mit schönen Kacheln an den Wänden zu sehen.

Das richtige nach einem solchen Erlebnis ist.... ein Friedhof. Der war leider zu, so nur ein Bild durch den Zaun...

Aber nicht doof wurde dann in die historische Straßenbahn 28 eingestiegen und zur Kirche Estrela gefahren, die uns vor dem nächsten Guss schützte.
Die Kirche von außen... noch regnet es nicht.
Das ist sie von innnen...
Die Kuppel....

Aus der Kirche, wieder in die Bahn und zum letzten Ereignis des Nachmittags, der Fahrt nach unten Richtung Cais do Sodre mit dem Ascensor da Bica.

Die Station.Das war unsere Bahn....

Nach diesen vielen Erlebnissesn war dann ein gsanz besonderes Erlebnis angesagt, das Abendessen im Sommer, einem Restaurant in der Nähe des Cais do Sodre, das einiges andere als die typische portugiesische Küche drauf hat. Viel mehr. Wer sich die Internetseit mal anschaut, und das lohnt sich wirklich, der wird sehen, was ich meine. Sicherlich eine der besten Adressen zum Essen in Lissabon.... ich meine, es war verdammt lecker!!!!!

So, das wars für heute....


Bis morgen und Gute Nacht.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Schönes Wetter und Guten Rutsch !
Nicht wieder vorher einschlafen !!!
Das Du so ein Schwachsinns-"Gedicht" von dem Spinner abtippst, zeigt, dass es mit Dir langsam auch bergab zu gehen scheint... .
Killer