Nach einem dieses Mal etwas kürzeren Frühstück nebenan ging es mit der U-Bahn los, um dieses Mal den westlichen Teil von Lissabon zu erkunden, den wir ja bisher noch nicht angetastet haben.
Die Station Baixa-Chiado war unser Ausgangspunkt, um zunächst das Viertel Chiado unter die Lupe zu nehmen.
Interessant am heutigen Tag waren die Wetterwechsel. Zwischen absoluten Wolkenbrüchen und blauem Himmel wechselte das portugiesische Wetter heute hin und her. So viel Regen, so versicherte uns der Besitzer des Restaurants, in dem wir heute Abend aßen, sei allerdings für Lissabon eher untypisch... okay, so viel Schnee war ja auch letztes Jahr für Vancouver untypisch. Ich kann also davon ausgehen, dass wenn ich irgendwo hinfahre, das Wetter untypisch sein wird.... Also ein weiterer Tag im untypischen Wetter.
Gut war das Wetter Gott sei Dank bei der Besichtigung der dachlosen Kirche Igreja do Carmo (im übrigen dem einzigen Zeugnis der Gotik in Lissabon).
Hier sind einige schöne Aufnahmen der weißen gotischen Bögen gegen den blauen Himmel entstanden.
Von hier ging es dann weiter zur nächsten Kirche, der Igreja de Sao Roque. Es war gut, dass diese Kirche ein Dach hatte, denn während ich drinnen war, ging draußen ein Schutt nieder, der seines gleichen suchte. Als ich wieder aus die Straße kam (die Sonne schien wieder unschuldig aus einem strahlend blauen Himmel) lief das Wasser noch immer in Sturzbächen die Straßen runter.
Die Deckenbalken der Kirche kamen übrigens aus Deutschland.
Vorbei an einem der Elevadores...
Hier die Bilder von diesem Aussichtspunkt:
Wie dem auch sei. Es war heute mal wieder ein Tag, um Kilometer unter die Füße zu bekommen, so führte der nächste Weg ins Bairro Alto, die Oberstadt mit engen Gassen.
Ach so, während wir aßen, regnete es natürlich in Stömen.
Aber kaum waren wir draußen, wurde das Wetter wieder gut. Und das war auch gut so, denn wir wollten als nächstes zum Botanischen Garten, der ist draußen und das wäre Regen echt Kacke gewesen.
Zwischendurch regenete es schon mal wieder, aber wir fanden Unterstand unter einem Hausvorsprung, ist also nix weiter passiert....
Der Botanische Garten. Wow, was hier für Pflanzen wachsen (draußen!!!) das ist wirklich uglaublich und wäre natürlich in Deutschland nicht möglich. Wie fast alles hier in Lissabon hatte auch der Botanische Garten natürlich einen recht patinabesetzten Charme.
Das Wetter war weiterhin gut und wir hatten so langsam Kaffeedurst.
Wie gut aber dann, dass auch eines der großen Einkaufszentren Lissabons an unserem Weg zum Westfriedhof lag. Ein Einkaufszentrum, das Centro Comercial Amoreiras, das vom Architekten Tomas Taveira gebaut wurde, über den Hans Magnus Enzensberger einmal sagte, er sein ein "terroristischer Kindergartenonkel, der hier seine Bauklötzchen aufeinander türmt."
Naja, Enzensberger muss es ja wissen, denn die meiste Architektur in Lissabon ist alt. Enzensberger ist auch alt. Und er findet das Einkaufszentrum Scheiße.... und ein Gedicht namens Scheiße hat er auch geschrieben.
Die Scheiße
Immerzu höre ich von ihr reden
als wäre sie an allem schuld.
Seht nur, wie sanft und bescheiden
sie unter uns Platz nimmt!
Warum besudeln wir denn
ihren guten Namen
und leihen ihn
dem Präsidenten der USA,
den Bullen, dem Krieg
und dem Kapitalismus?
Wie vergänglich sie ist,
und das was wir nach ihr nennen
wie dauerhaft!
Sie, die Nachgiebige,
führen wir auf der Zunge
und meinen die Ausbeuter.
Sie, die wir ausgedrückt haben,
soll nun auch noch ausdrücken
unsere Wut?
Hat sie uns nicht erleichtert?
Von weicher Beschaffenheit
und eigentümlich gewaltlos
ist sie von allen Werken des Menschen
vermutlich das friedlichste.
Was hat sie uns nur getan?
Ihr merkt, Enzensberger ist ne echte Größe auf diesem Gebiet.
Whatever, wir waren kurz drinnen im Einkaufszentrum, denn.... ihr ahnt es... es regente wieder mal aus Kübeln.
Kaffee war gut da und der Rest wieder einmal zu groß und überwältigend.
Auf dem Weg gab es auch wieder einige Häuser mit schönen Kacheln an den Wänden zu sehen.
Das richtige nach einem solchen Erlebnis ist.... ein Friedhof. Der war leider zu, so nur ein Bild durch den Zaun...
Aber nicht doof wurde dann in die historische Straßenbahn 28 eingestiegen und zur Kirche Estrela gefahren, die uns vor dem nächsten Guss schützte.
Aus der Kirche, wieder in die Bahn und zum letzten Ereignis des Nachmittags, der Fahrt nach unten Richtung Cais do Sodre mit dem Ascensor da Bica.
Die Station.
Nach diesen vielen Erlebnissesn war dann ein gsanz besonderes Erlebnis angesagt, das Abendessen im Sommer, einem Restaurant in der Nähe des Cais do Sodre, das einiges andere als die typische portugiesische Küche drauf hat. Viel mehr. Wer sich die Internetseit mal anschaut, und das lohnt sich wirklich, der wird sehen, was ich meine. Sicherlich eine der besten Adressen zum Essen in Lissabon.... ich meine, es war verdammt lecker!!!!!
So, das wars für heute....
Bis morgen und Gute Nacht.
1 Kommentar:
Schönes Wetter und Guten Rutsch !
Nicht wieder vorher einschlafen !!!
Das Du so ein Schwachsinns-"Gedicht" von dem Spinner abtippst, zeigt, dass es mit Dir langsam auch bergab zu gehen scheint... .
Killer
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